Etappe 04: Von Torpshammar nach Tälje

Länge 35 km

Ich wusste, es wird ein langer Tag. Heute war die etwas kürze der beiden Teilstrecken nach Bräcke. Und es sollte wieder ein sonniger Tag werden.
Um 6 Uhr klingelte mein Wecker (wie immer war ich schon vorher wach). Ich packte meinen Rucksack, studierte die bevorstehende Strecke und ging um 7 Uhr zum Frühstück.

Dort kam ich ins Gespräch mit zwei Berufstätigen, die es aus dem Norden Schwedens nach Torpshammar verschlagen hatte, um für Ihren Betrieb Maschinen zu holen. 1600 km in 28h reiner Fahrtzeit mit einer Übernachtung. Der Ältere der beiden zeigte sich sehr interessiert und war selber aufgrund berufsverursachender körperlicher Beschwerden nicht mehr in der Lage, sich viel zu bewegen. Von der Wirten erfuhr ich, dass der Ort Torpshammar viele Flüchtlinge der Ukraine aufgenommen hat. Sie selbst stammt aus Litauen und hat große Angst um ihre Familie.
Und ich laufe durch Schweden.

Um 8 Uhr brach ich auf. Die ersten 10 km überbrückte ich im Flug. Ich rastete kurz an einem Supermarkt in Fränsta und holte mir von der dortigen Kirche einen Stempel.

Weiter ging es am Ljungan auf dem Liebespfad zur längsten Holzbrücke Schwedens. Sie wurde einst von den durch die Brücke verbundenen Dorfbewohnern erbaut, die die hohen Wegezölle an einer der anderen Brückenstandorte nicht bezahlen wollten.

Danach ging es weiter stromaufwärts. Das vorher ruhige Wasser war hier durch beeindruckende Stromschnellen aufgeschäumt. An einer dieser Stromschnellen machte ich bei Kilometer 20 Rast.

Es ging weiter auf einer schier endlosen Asphaltstraße zum Ort Börgsjö. An der wohlklingenden Tankstelle namens Ingo machte ich “Dinner“ und aß ein großzügig mit Chickencurry belegtes Baguett und ließ dabei Teile des Belages durch meine Finger gleiten. Geschmeckt hat es trotzdem. Oberhalb dieses Ortes führte der Weg zur berühmtesten aller Olavsquellen. Zur Belohnung für den mühevollen Aufstieg gab es einen Stempel.

Danach ging es wieder hinunter ins Tal zum Ort Taljä. Das „Landgasthotel“ lag ca. 600m vom Olavsweg entfernt und entpuppte sich als ein sehr einfaches Bed&Breakfast. Die Wirten lachte die ganze Zeit, ich verstand jedoch kein Wort. Sie sprach ein sehr schwedisch dominiertes Englisch. Irgendwann verstand ich, dass ich in eine 5-Bett Hütte musste. Eine niederländische Mitpilgerin (Astrid) wohnte nebenan in einer 4-Bett-Hütte. Wir tauschten uns bei zwei Tassen Tee aus, während mich einige Mücken von überflüssigem Blut befreiten und dafür einen wohltuenden Juckreiz hinterließen.

Von Astrid erfuhr ich, dass Sie ebenso wie ich erfolglos versucht hatte, die Unterkunft in Lombäcken zu buchen. Ihre Variante war warte und einen Tag verlieren.

In meiner Hütte war es brütend warm. Fenster aufzumachen war keine Option, zu viele insektoide Schlafgäste wären nur zu gerne hereingekommen. Ich schlief erst sehr spät ein. Und am nächsten Tag sollte es Regnen.

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