Länge: 22 km
Ich musste die Tour anders schneiden. Geplant war ursprünglich, bis nach Solgarden/Matfors zu gehen. Das wären ca. 9 mehr gewesen zu einer Unterkunft direkt am Ljungan-See gelegen. Die Kontaktversuche via Mail und Telefon scheiterten. Später stellte sich heraus, dass es diese Unterkunft in Ihrer Funktion nicht mehr gab. Ebenso scheiterten Versuche, im Hauptort Matfors eine Unterkunft zu finden. Schließlich hatte ich in der Villa Vattjom in Vattjom von Frederic Erfolg.
Mit der Aussicht auf eine mittellange Etappe konnte ich das Frühstück in dem von einem Deutschen erbauten Hotel Knaust in Ruhe genießen. Nach einem sehr schmackhaftem Abendessen (in einem französischem Lokal, Restaurants mit schwedischer Küche waren nicht auffindbar) war das Angebot am Buffet eine weitere gute Grundlage für meinen Olavsweg.






Ich packte meinen Rucksack wanderfertig und ging bei schönsten Wetter und etwa 15° später 18° C zum Bahnhof von Sundsvall. Hier startet der Weg inoffiziell, offiziell erst in Selanger, dem Ort an dem König Olav einst aus dem Exil kommend und begleitet von einer Armee aus finnischen und schwedischen Söldnern an Land ging (der Küstenverlauf war zu der Zeit weiter im Landesinneren).



Vom Bahnhof in Sundsvall bis Selanger waren es ca. 7 km. Der Weg ging durch die Stadt entlang des Flusses Selangersan zum alten Fjord Selangersfjarden und von dort zur alten Kirchenruine, die an der Nähe der Stelle erbaut wurde, an der Olavs Drachenboote landeten. Ein mystischer Ort. In der Nähe befand sich das Pilgercenter von Selanger, an dem ich meinen ersten Stempel in meinen Pilgerpass setzte und noch einige Informationen abgreifen konnte.








Nach einem kurzen Besuch der neuen Kirche von Selanger ging es weiter durch eine grüne und leuchtende Landschaft. Etwa 5 km vor meinem Tagesziel luden mich Tommy und Sigrid zu einer Tasse Kaffe und etwas Brot in ihr kleines Häuschen ein. Das Pärchen hatte es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, vorbeikommenden Pilgern gute Wünsche und Tipps mit auf den Weg zu geben. Tommy war den Olavsweg bis Trondheim schon 7 mal gefahren und kennt inzwischen jeden Stein. Nach dem Kaffee sind wir die Strecke auf seinen eigens präparierten Karten durchgegangen. Ich erfuhr von Veränderungen gegenüber den Beschreibungen in meinem Reiseführer. Und ich erfuhr, dass ich als 77. Pilger in 2022 und als 5.ter Pilger des Tages bewirtet wurde. Als Dank für die Gastfreundlichkeit und einem weiteren Stempel hinterließ ich ein von Tommy gemachtes Bild für sein Fotoalbum aller Pilger, die er bewirtet hatte.





Die letzten Kilometer vergingen wie im Flug. Ich erreichte die Villa Vattjom von Frederic, bezog mein Zimmer und machte noch einem Abstecher zu einer der Olavsquellen, um mir dort einen weiteren Stempel zu holen.


Ein schmackhafter Burger sowie ein Bierchen mit Frederic machten mich müde. Am nächsten Tag lag eine lange Etappe vor mir.
