Der Tag in nüchternen Zahlen, Daten und Fakten:
25 Kilometer
300 Höhenmeter
Bewölkt mit leichten Regen am Nachmittag
Start um kurz vor 0900, Ankunft gegen 1600 Uhr.
Der Tag in Eindrücken:
Was ist den hier passiert??
Der allwissender Reiseführer hat uns ja schon vorgewarnt. Ab Sarria starten viele Pilger, um die letzten 100 Kilometer zu laufen. Aber die Realität sieht noch schlimmer aus. Der Weg ist voll, einfach voll.
Man trifft Rudel älterer Englischer Damen, die laut schnatternd durch die Lande ziehen. Jede Bar wird sofort und ohne Gnade angesteuert und vereinnahmt.
Die sportlichere Variante davon rennt im besten Nordic Walking-Dress über den Trail. Die Stöcke fliegen nur so durch die Luft, so das man um sein Augenlicht fürchten muss. Die Bekleidung nach dem Motto: je bunter desto besser.
Die Südländische Variante erkennt man am permanenten Klingeln des Mobiltelefon, gefolgt von dem obligatorischem Wörterfeuerwerk.
Die Bekleidung in Form und Farbe folgt nun auch eher den optischen als den praktischen Aspekten. Niedliche Rücksäcke, Schuhe die schon vom Zusehen wehtun oder dicke Winterjacken.
Kurz gesagt es herrscht hier nun eine Stimmung wie auf dem Volkswandertag oder dem Tag des Breitensports.
Interessanterweise nimmt nun auch die Taxi-Dichte zu. Permanent wird man von Taxis überholt, die auf Ihre zahlreichen Opfer lauern.
Und die richtigen Pilger?
Die laufen ganz verstört durch diese Jahrmarktstimmung. Mitgerissen vom falschen Pilgerstrom.Wochenlang unterwegs, hunderte von Kilometern gelaufen, und nun verliert der Camino seinen Zauber.
Schade.