Angefangen hat alles in 2015 mit drei Arbeitskollegen und einer Tasse Kaffee. Wir standen zusammen und unterhielten uns über Urlaub und Wandern. Jeder von uns war schon mal unterwegs. Tagestouren, zwei von uns auch schon mal eine Woche zusammen in Schottland. Und wenn man so schön zusammen steht und redet, führt das Eine zum Anderen. Wir könnten doch mal zusammen, wohin, wie lange, ..
Und irgendwann fiel das Wort Jacobsweg, und wir sagten: ja machen wir.
Da wir alle keine Ahnung davon hatten was uns dort erwartet, haben wir die erste Hälfte des Weges Deluxe gebucht. Also mit festen Unterkünften und Gepäcktransport.
Und dort haben sich zwei von uns den Pilgervirus eingefangen, welcher uns seitdem nicht mehr loslässt.
Warum Pilgern?
Warum Pilgern, und nicht Wandern? Und was ist der Unterschied?
Ich habe diese Fragen für mich wie folgt beantwortet:
Beiden gemeinsam ist die Einfachheit des Leben: morgens aufstehen, Rucksack packen, Stiefel schnüren und loslaufen. Die Fragen die mich bewegen sind: wie geht es meinem Körper, wo gibt es Wasser, reicht das Essen und wo schlafe ich Abends?
Der Unterschied ist das Mindsetting.
Beim Wandern gehe ich den Weg wegen der schönen Landschaft oder weil ich ein (sportliches) Ziel erreichen möchte.
Beim Pilgern gehe ich den Weg für mich.
Keine Termine, kein Druck, keine Erste Welt Probleme. Dafür viel Zeit zum Nachdenken, zum Sehen und zum Lernen. Viel Zeit um auch mit anderen Pilgern zu reden, zu lachen und manchmal zu weinen (ja, auf einem Pilgerweg weint irgendwann jeder einmal).
Zeit um sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.
Tipps& Tricks
In den Supermärkten gibt es in den Gemüseabteilungen für wenig Geld Mehrwegnetze. Ich benutze diese superleichten und stabilen Netze für die Ordnung in meinem Rucksack. Man sieht was drin ist, und man kann auch prima nasse Wäsche zum Trocknen aussen an den Rucksack hängen.
Als Getränkeflaschen nutze ich zwei 1,5 Liter PET Wasserflaschen aus dem Supermarkt. Ich kaufe diese Flaschen zum Begin der Tour vor Ort. Es gibt keine leichteren Trinkflaschen, zumal mit 3 Liter Gesamtvolumen. Sollten die Flaschen doch einmal zwischendurch unansehnlich geworden sein, dann kauft man halt neue.
Trockenshampoo ist gut für Haare, Körper und Wäsche…..
Mein Leichtgewichtsrucksack ist mechanisch nicht sehr robust. Um ihn beim Transport im Flugzeug zu schützen, benutze ich Klarsichtfolie aus der Haushaltsabteilung. Zuhause wickle ich den Rucksack damit komplett mehrlagig ein. So sind alle Gurte und Schnüre fixiert, und der Stoff ist geschützt. Den Tragegriff oben sowie den Reißverschluss zum Deckelfach lasse ich dabei frei. In das Deckelfach lege ich noch mein kleines Messer. So kann ich die Folie am Zielflughafen gleich am Gepäckband aufschneiden und entsorgen, und mit dem Rucksack auf den Schultern loslaufen. Für den Rückflug mache ich den gleichen Vorgang. Ich kaufe vorher im Supermarkt eine Rolle Frischhaltefolie, und im Flughafen vor der Gepäckaufgabe wickle ich meinen Rucksack wieder ein. So spare ich mir das Gewicht für eine Schutzhülle.
Da ich mein Handy für die Navigation benutze, möchte ich es immer gut erreichbar haben. Es gibt stabile Handyhüllen/ Taschen im Outdoorbereich, eigentlich gedacht um diese an einen Hosengürtel zu befestigen. Ich habe mir diese Hülle mit Klett an den oberen Bereich des Tragegurts vom Rucksack befestigt. Gut zu erreichen, mechanischer Schutz, wenn der Reißverschluss oder die Klappe geschlossen ist auch Schutz vor Regen.