20,3 Kilometer, 350 Meter in Aufstieg, 370 Meter im Abstieg, Pension 23
Ich bin da. Gegen halb zwei stand ich auf dem Platz vor der Kathedrale.
Heute morgen bin ich langsam losgelaufen. Ein übliches Frühstück mit Cafe con leche und Croissant im Ort, und dann Musik in die Ohren. In Lavacolla habe ich Rast an dem rituellen Waschplatz gemacht, die anderen Leute sind nur schnell an mir vorbei gehastet. Und dann auf dem Monte de Gonzo, der erste Blick auf die Kathedrale. Auch hier habe ich eine längere Rast gemacht. Die darauf folgenden letzten 5 Kilometer habe ich dann genossen. Den Berg hinunter, in die Stadt hinein. Durch den Vorort Richtung Innenstadt. Dann durch die Gassen Richtung Kathedrale. Der Dudelsackspieler im Torbogen zum Kirchenplatz war da, und auch mein Sitzplatz auf der Steinbank ganz rechts vom Platz war frei.
Und dort habe ich dann gesessen. Den Hut tief in das Gesicht gezogen, Sonnenbrille auf, Musik in den Ohren und ich konnte mich ganz meinen Gefühlen hingeben.
Diese Mischung aus Glück, Erschöpfung, Trauer, Verlorenheit, Stolz, Freude, innere Leere, Zufriedenheit. Eine geradezu unglaubliche Mischung aus so gegensätzlichen Gefühlen, welche mich immer wieder am Ende einer Pilgertour übermannt.
Und dann tauchen sie auf, die bekannten Gesichter in der Menge. Die Menschen die einen über die langen und schwierigen Etappen begleitet haben. Man freut sich miteinander, klopft sich auf die Schulter und ist am Ende einfach nur glücklich.
Fotos werden gemacht, und sich für den Abend verabredet.
Ich habe mir dann die Compostela im Pilgeroffice abgeholt, und dann anschließend meine Unterkunft bezogen. Ein wenig ausgeruht, geduscht, und in der etwas gegessen. Nun bin ich wieder auf dem Zimmer um den Blog zu schreiben, auch weil ich mit der Menge an Leuten draussen in der Stadt eben etwas überfordert bin. Die Gassen sind voll, die Menschen schieben sich dadurch.
Aber um 1900 Uhr treffen sich einige vom Primitivo zur Pilgermesse, da gehe ich jetzt auch gleich hin.









