26,4 Kilometer, 440 Meter im Aufstieg, 560 Meter im Abstieg, Albergue A Nave
Zuerst einmal ein paar Gedanken von mir:
Wenn man durch einen Eukalyptuswald geht, riecht es nach Hustenbonbons.
Beim Blick nach unten konnte ich heute zuschauen, wie meine Wanderschuhe sich langsam von einem nassen dunkelbraun wieder in ein helles und trockenes hellbraun verwandelten. Von hinten nach vorne, bis zur Herberge hat es aber nicht gereicht.
Liebe Leute, Deospray in einem Schlafsaal ist eine blöde Idee.
Traue keiner Wettervorhersage.
Und der Camino jetzt ist eine Zirkusveranstaltung. Während ich das Schreibe herscht hinter mir Feierstimmung, komplett ungewohnt. Die sind nicht ausgelastet.
Ab Melide bin ich nun auf dem Camino Frances. Es ist schon erstaunlich wie sich der Weg nun geändert hat. War es bisher eher eine ruhige und einsame Wanderung, ist das nun eine Großveranstaltung. Ich bin so gegen 1430 Uhr in der Herberge angekommen, und habe mich nach der Dusche auf die Terrasse gesetzt. Der Camino führt direkt hier vorbei, so das ich das bunte Treiben beobachten konnte. Ab Melida sind mir schon diverse Leute mit kleinen Rucksäcken und sauberer Bekleidung aufgefallen. Und das hat sich hier fortgesetzt. Ganze Schulklassen zogen vorbei, Familien und Reisegruppen.
Als ich hier ankam und mich angemeldet habe, saßen in dem Restaurant vier Deutsche, die so auch auf Sylt hätten sitzen können.
Aber wie heißt es: hike your own hike, also werde ich die letzten beiden Tage meinen Weg machen.
Der Weg heute bis Melida war noch einmal schön, und ging für mich unerwartet noch einmal über einen kleinen Berg. Da der Weg gestern eher unspektakulär verlief, so ein leichtes Auf- und Ab durch Wälder und Wiesen, bin ich davon ausgegangen das die Berge vorbei sind. Das war daher noch einmal ein schöner Abschnitt.
Morgen geht es dann bis nach O Predouzo, die letzte Etappe vor Santiago. ich freue mich schon wirklich darauf dort einzulaufen.
Zur Feier des Tages habe ich heute mein Wäsche waschen und trocknen lassen. Ich konnte mich nach den ganzen Regentagen, Schwitzen und nasser Wäsche irgendwie nicht mehr riechen. Ich hatte ja ein wenig Bedenken, ob das mit der Merinowolle gut geht. Ich habe alles was ich habe angegeben, und es ging gut. Nur meine Wanderhose nicht, ich will nicht mit einer sauberen Hosen in Santiago einlaufen. Das geht irgendwie nicht.







