Etappe 10 von Lugo nach Ferreira

27,7 Kilometer, 530 Meter im Aufstieg, 450 Meter im Abstieg, Pension Gran Via

Nicht schon wieder Regen. Das waren meine Gedanken als ich heute morgen in Lugo losgelaufen bin. Ich hatte mir gestern extra ein Zimmer in einer Pension genommen, um meine Sachen zu trocknen. Das hat natürlich nicht geklappt, und kurz nach dem Start fing es dann auch wieder an. Erst leichter Niesel, dann kräftiger Regen, dann trocken, und zum Schluss noch einmal bis zur Unterkunft Regen. Aber ab Morgen soll es dann trocken werden, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Mein Frühstück hatte ich nach gut 10 Kilometern geplant. Laut Reiseführer sollte es dort ein Cafe geben. Dass bestand jedoch nur aus Automaten und immerhin trockenen Sitzgelegenheiten. Das Frühstück musste auch noch ein wenig waren, eine Katze hat sich erst einmal auf meinen Schoss gesetzt und wollte ausführlich gestreichelt werden. Und danach sich gemütlich zusammen rollen. Irgendwann habe ich die Katze dann aber gegen Ihren Widerstand runtergesetzt, ich hatte Hunger.
Diese Automaten begleiten mich schon die ganze Zeit. Das kannte ich so bisher noch nicht, gut wer immer ein paar Münzen dabei hat. Aber ab morgen wird die Welt anders aussehen. Nach gut 20 Kilometern trifft der Camino Primitivo und der Camino Frances zusammen. Und dann habe ich im Reiseführer schon gesehen, das die Dichte an Cafes stark zunimmt. Wahrscheinlich wird dann auch die Dichte an Pilgern steigen. Schon heute habe ich einige neue Gesichter gesehen. Lugo ist 100 Kilometer von Santiago entfernt, das ist das Minimum um die Compostela zu erhalten.
Ansonsten sind die Etappen und die letzten Tage bis Santiago fest. Morgen bis Buente, Übermorgen bis O Pedruzo, jeweils so 25-27 Kilometer. Und am Samstag dann Santiago mit ca. 20 Kilometern. Ich werde Samstag jeden Kilometer geniessen, werde die letzten Meter mit allen Sinnen geniesen.
Und wenn der Dudelsackspieler, der immer unter dem Torbogen zum Kirchenplatz spielt, zu hören ist, dann weiß ich es ist zu Ende.
Wo sind sie hin die Tage?
Ehrlich gesprochen keine Ahnung. Jeder Tag so anders, aber auch irgendwie gleichförmig.
Gestern habe die Tage in Santiago und auch die Heimreise gebucht. Und es war ein guten Gefühl ein Zuhause zu haben.

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