18,1 Kilometer, 360 Meter im Aufstieg, 690 Meter im Abstieg.
Heute sind wir auf den Hund gekommen.
Der Tag heute Morgen begann eher gemütlich. Schlafen bis 0800 Uhr, Frühstück, Rucksack packen, dies und das.
Und warum? es war bewölkt mit leichten Regen, das Tal war in Wolken gehüllt. Also nicht was einem normalerweise vor die Tür treibt. Und gleich am Anfang stand auch noch eine schöne Steigung ins Haus, hoch zum Sanctuarium. Da trödelt man doch gerne ein wenig herum. Aber irgendwann einmal muss es ja mal losgehen. Also gleich im Ort die steile Straße hinauf bis zum Sanctuarium. Oben angekommen war die Sicht in das Tal auch schon besser, und der Regen hatte einmal Pause. Von dort ging es dann wieder runter, und der Weg folgte wunderschön dem Berghang. Nach 8 Kilometer kamen wir dann in einen Ort. Wir stiegen dem Hang hinunter in den neuen Ortsplatz, um gleich über unzählige Treppen steil in den alten Ortskern zu gelangen. Zur Erinnerung: die Orte sind hier öfters schön an den Berg gebaut.
Aber auch das war irgendwann einmal schweißtreibende Geschicht, und der Weg ging mit leichtem auf und ab weiter. Im nächsten Ort dann überkam Martin ein Hungergefühl, und im ansässigen Alimentari kaufte er sich ein Panini. Und dann kam der Hund ins Spiel. Er kam die Straße herunter, schaute uns an, und folgte uns die nächsten ca. 10 Kilometer bis nach Rieti hinein. Zwischendurch gab er sich ein Gastspiel mit anderen Hunden, welche es heute reichlich am Wegesrand gab. Er schaute mal in verschiedene Grundstücke, aber verlässlich war er danach wieder bei uns. Martins Gedanken gingen irgendwann nur noch darum; was machen wir mit dem Hund. Selbst einen Namen hatten wir schon. Diverse Überlegungen während des Weges ergaben schlußendlich: Don Camillo. Weil er genau so große Augen hat. Selbst eine längere Pause in einer kleinen Kirche, wo unser Hund die Gesellschaft von weiteren 5 Hunden genoss, hielt Ihn nicht davon ab uns zu folgen. Wir waren schon ca. 300 Meter gegangen, als er plötzlich wieder bei uns war. Wir kamen Rieti immer näher, und mein pragmatischer Ansatz wäre gewesen: ich hätte ihn an der Hotelreception abgegeben.
Aber kurz nach dem Ortseingagschild verschwand unser Hund rechts auf ein Firmengelände und ward nicht mehr gesehen. So konnten wir unbeschwert die letzten Kilometer bis zum Hotel laufen. Und das Wetter? Nach dem gelegentlichen leichten Regen kam kurz vor Rieti die Sonne heraus. Und schon war es schwülwarm und stickig, genau das Richtige um in der Stadt zu laufen.
Ab morgen werden sich vorübergehend die Wege vom Martin und mir trennen. Martin macht die Tour wie geplant. Das bedeutet eine größere Schleife, die ich mit meinen Knieproblemen nicht mehr laufen möchte. Ich werde daher morgen von hier den direkten Weg nach Rom laufen.







