Etappe 18 Macenano nach Marmore

19,6 Kilometer, 220 Meter im Aufstieg, 140 Meter im Abstieg

Heute kam das Beste zum Schluss, nämlich die Wasserfälle von Marmore. Aber immer schön der Reihe nach. Nach einer ruhigen Nacht und einem typischen Italienischen Frühstück ging es heute einfach weiter dem Fluß und Tal folgend. Kaum Steigungen, 2-3 kleine Ortschaften, und eine Landschaft so unterschiedlich zum Tibertal. In der ersten Ortschaft gab es einen zweiten Kaffee am Lebensmittelpunkt eines jeden Italienischen Ortes: dem Tabacchi-Laden am zentralen Platz. Hier trifft sich der Ort, hier wird Geschichte geschrieben. Unsere Geschichte war schnell geschrieben, sie dauerte eine Kaffeelänge. Und es ging weiter dem Tal entlang. Und die Landschaft? Das Tibertal ist breit, lang und mit weiten Aussichten. Wir sind dem Fluß Nera gefolgt. Dieses Tal ist eng, die Ortschaften kleben z.T. wie Schwalbennester am Hang. Es geht links und rechts steil bergauf. Und früher gab es wohl einen Burgenwettbewerb. Jeder Berg brauchte seine eigene Burg. Und so langsam kam unser Tagesziel ins Blickfeld. Schon von weitem sahen wir weiße Schwaden, welche wir erst für Nebel hielten. Aber schon bald war uns klar, das ist die Gischt vom Wasserfall. Marmore ist bekannt für seinen Wasserfall, und das zu recht. Wobei es die ganze Pracht immer nur schubweise gibt. In schöner Regelmäßigkeit wird oben ein Sperrwehr geschlossen, und dann wird Strom erzeugt. Als Pilger hatten wir freien Eintritt, was wir dann auch genutzt haben. Zumal unser Zielort ganz oben am Ursprung des Wasserfalls war, und es einen Weg um den Wasserfall nach ganz oben gab. Als wir das Gelände betraten, war der Wasserfall eher ein Fällchen. Aber um kurz vor 1500 Uhr ertönte auf einmal eine Sirene, und dann noch einmal und um Punkt 1500 Uhr hieß es: Wasser marsch. So kamen wir in den vollen Genuß, und das zum Nulltarif. Um uns vor der Gischt zu schützen, zogen wir unsere Regenjacken an und machten uns an den Aufstieg über 600 Treppenstufen nach ganz oben. Und jawoll, Regenjacken lassen weder Wasser rein, noch Schweiß raus. Also eigentlich eine blöde Idee. Oben angekommen war unsere Unterkunft auch schon nach wenigen Minuten erreicht. Da wir heute ein Apartment haben, war Martin bei Starkregen und Gewitter einkaufen und es gibt heute kalte Küche mit Wein.

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