Etappe 17 von Spoleto nach Macenano

23 Km, 680 Meter im Auftsieg, 800 Meter im Abstieg

Es kommt wie es kommt.
Die Etappe heute führte uns aus dem Tibertal in ein benachbartes Tal. Das bedeutete Gipfelüberquerung. Und Pilgerstimmen im Vorfeld sagten uns: der Abstieg wäre fürchterlich, von 1.200 Höhenmeter war die Rede, und ich habe mich noch mit einer schlechten Wetterprognose beteiligt. Starkregen und Gewitter waren angesagt. Heute morgen beim Frühstück also Krisenstimung. Was tun? Unser Mitpilger entschied sich, den Aufstieg auf den Hausberg von Spoleto (Monte Luco) und dann wieder nach Spoleto abzusteigen. Und anschließend die Etappe mit dem Bus zu machen. Martin wollte durchlaufen, und ich hatte mich noch nicht entschieden. Nachdem das alles während des Frühstücks geklärt wurde, kam bei Martin Hektik auf. Schnell auf das Zimmer, die übliche Morgenzeremonie, und dann schnell runter zum Auschecken. Aber wie so immer wenn es schnell gehen soll, Erst nach mehreren Versuchen wurde die EC-Karte von Martin akzeptiert. Dabei prallten Italienische Gelassenheit mit Martins Ungeduld zusammmen. Aber dann ging es los. Blöd nur das die Hauptstrecke aus Spoleto über eine Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt war. Das bedeute sowohl einen Umweg aus der Stadt heraus, und auch der Einstieg in den Franziskusweg. Wenn man (Martin) es mal eilig hat. Aber dann gab es halten mehr. Wir hatten uns für heute verabredet getrennt zu laufen. Also bin ich die die ersten 370 Höhenmeter bis zum Monte Luco, verteilt auf 3 Kilometer, alleine hochgeschwitzt. Oben traf ich dann Martin und den Mitpilger. Beiden haben sich das Convent und den anschließenden Wald angeschaut. Unser Mitpilger setzte seinen Plan um und stieg wieder ab, Martin setzte seinen fort. Und ich? ich entschied mich spontan ebenfalls den Weg zu nehmen. Monte Luca wäre auf diese Seite der letzte aussteigspunkt für mich gewesen, da mich immer noch Knieprobleme plagen. Und der nächste Punkt mit einer Straßenanbindung liegt halt auf der anderen Seite des Berges. Und es ging gut. Mein Knie hat durchgehalten, und anstelle Starkregen und Gewitter kam nach einem leichten Nieselregen stellenweise die Sonne raus. Der Weg war in den Hochlagen wirklich wunderschön. Tolle Aussichten, schöne Landschaften. Und der Abstieg war wirklich schlimm. Glatte rutschige Steinplatten, Geröll, Wurzeln, ausgewaschene Wege. Gefühlt dauerte dieser Abschnitt eine Ewigkeit, Und dann wurden meine Wünsche Wirklichkeit, der Abstieg war zu Ende. Und ging in eine ca. 5 Kilometer lange Asphaltstraße über. Machmal ist es blöd, wenn Wünsche in Erfüllung gehen. Und der nächste Tiefschlag lauerte gleich um die Ecke. Da ich gestern nicht richtig aufgepasst hatte, war mein Zielort für heute falsch. Als ich ankam, und Martin angerufen habe, war die Botschaft: noch einmal knapp 5 Kilometer bitte. Aber auch die waren irgendwann abgelaufen, und mit schweren Beinen gab es auf der Terasse das Überlebenskit: Panini und kaltes Bier. Während des Essens setzte dann der angesagt Regen und, aber das war dann auch egal.
Es kommt wie es kommt. Und manchmal ist das auch gut.
Und während ich das so schreibe, läuft die ganze Zeit im Hintergrund Italienisches Fernsehen. Treckerrennen in Echtzeit und lautem Originalton. Wunderschön…

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