Etappe 8: Von La Montagna nach Citerna

Es war einer der Tage, an dem mir das Aufstehen sehr schwer viel. Zum einen war die Unterkunft mit seinen netten Gasteltern ein kleines Paradies. Ich schlief in einem Daunenbett in einem entzückend eingerichteten Zimmer. Zum anderen hatte ich die Tour des Vortrages noch nicht „verarbeitet“. Die schönen Eindrücke wirkten noch nach. Also stand ich erst spät auf und traf tatsächlich gegen 9 Uhr noch auf meinen Nürnberger Mitpilger, der verzweifelt versuchte, seine Wäsche zu trocknen und das Schweizer Ehepaar, das zu seiner letzten Etappe nach Sansepolcro aufbrach und damit seine diesjährige Pilgerschaft beenden wollte.

Wir gingen zusammen entlang des Weges in den Ort La Montagna und trafen dort auf die anderen Schweizer, die bereits sehr früh auf den Beinen waren und ebenfalls nach Sansepolcro wollten. Nach dem fröhlichen Wiedersehen und dem erneuten Abschied von der pilgernden Schweiz ging es jetzt zunächst ebenfalls nach Sansepolcro. Der Weg führte über das Bergkloster Montecasale, erbaut um eine Schlafstätte von Franziskus, sehr steil hinab in das Urstromtal des Tibers. Die Stadt Sansepolcro ist Grenzstadt der Toscana zu Umbrien und verfügt über sehr gut erhaltene Befestigungsanlagen aus dem Mittelalter. Nach einer kleinen Kaffeepause auf dem sehenswerten Hauptplatz der Stadt ging es weiter.

Das Etappenziel Citerna, eine auf einem Berg gelegene Festungsstadt lag auf der anderen Seite des sehr breiten Tals. Ein Fußmarsch von etwa 10 km in überwiegend praller Sonne und bei Temperaturen von etwa 20° auf größtenteils Asphaltwegen zermürbten die Beine und Füße. Der finale Aufstieg war daher eher eine Bürde als ein Vergnügen.

Dafür aber war der Ort sehr sehenswert und gastfreundlich. Auf dem einzigen Platz der Festungsstadt spielte sich das gesamte Leben ab. Dort gab es abends auch das beste Essen als Entschädigung für gut 26 km Strecke, 400 Höhenmetern und etwa 700 schwer zu gehenden Abstiegsmetern.

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