Etappe 0: Von Braunschweig nach Florenz

Heute ist es endlich so weit. Die Wochen der Vorbereitung sind vorbei. Mit neuen Wanderschuhen, neuen Shirts und komplett vorgebuchten Unterkünften sollte doch der neuen Pilgerschaft nichts im Wege stehen.

Auf meinem Reiseplan stand nach einem entspannten Transfer zum Flughafen Hannover zunächst der Flug nach München. Ich hatte diesmal Lufthansa gebucht. Der Check-In am Vorabend ging problemlos, meinen gut verpackten Rucksack konnte ich schnell aufgeben und in der Sicherheitskontrolle musste ich erstmals nicht meine Schuhe ausziehen. Der Flieger startete pünktlich und landete sogar 20 Minuten früher in München. Die vorher etwas knappe Umsteigezeit war plötzlich komfortabel. Nicht mal einen Terminalwechsel musste ich machen, um zum Abflug-Gate nach Florenz zu kommen.

Warum beschreibe ich das alles so ausführlich. Ja, die Leser werden es schon ahnen. Es ging nicht so reibungslos weiter. In dem Wartebereich des Ablug-Gates, welcher wie der Flug auch, durch Air Dolomiti – einer Tochter der Lufthansa – betreut und durchgeführt wurde, veränderte sich mein Lächeln allmählich, es fror zum Schluss ein.
Zunächst gab es immer weitere Verspätungen, weil die Maschine einfach nicht in München landen wollte, um die neuen Passagiere aufzunehmen.
Und dann gab es noch die Überbuchung des Fluges, da nach dem Ausfall einer anderen Machine zu viele Fluggäste umgebucht wurden. Wie löst man eine Überbuchung auf? Ganz einfach: wenn sich nicht genügend Fluggäste bereit erklären, einen späteren Flug zu nehmen, wird elektronisch gelost. So war es in diesem Fall. Kein Fluggast wollte das Angebot annehmen, dass honoriert mit 250€ eine Verlängerung der Reisezeit von etwa 5h bedeutet hätte. Nun bin ich dafür bekannt, stets Lospech zu haben. Die Vorstellung, jetzt zu den Los-Glücklichen gehören zu können, beschäftigte mich dann so lange, bis klar war, dass ich auf mein Lospech weiter setzten kann. Andere Fluggäste durften noch auf dem wunderschönen Flughafen verweilen und ich durfte mit der Verspätung von 1,5 h im Gepäck nach Florenz fliegen.

Der Transfer zur Unterkunft gingen problemlos. Belohnt habe ich mich nach dem Schrecken mit einem Eis (Pistazie und Schokolade) bei der wohl berühmtesten und besten Gelateria und nach dem Einchecken in der Unterkunft (in der ich nun schon zum dritten mal verweilte) mit einem Besuch in der Bistecceria gleich neben Santa Croce, der von dem heiligen Franziskus gegründeten Kirche, an der ich am nächsten Morgen meine Pilgerschaft beginnen wollte.

Hinterlasse einen Kommentar