Etappe 05 : Von Tälje nach Bräcke

Dauer: 07:03; Länge: 38,3 km; Aufstieg: 1 040 m; Abstieg: 880 m

Es lagen heute wieder mehr als 30 km vor mir. Am Ende wurden es fast 39 km. Ein echter Härtetest. Als Belohnung dieser Strapazen gewann ich einen Tag als Puffer.

Um 6 Uhr klingelte der Wecker, ein kurzer Besuch des überaus komfortablen Mehrzwecknassraumes liessen bereits meine Vorfreude auf das Frühstück bei der lachenden Wirtin und die bevorstehende Regenetappe ins Unermessliche steigen.

Astrid gesellte sich mit zu mir, als ich im Schnelldurchgang um 07.00 Uhr mein Frühstück einnahm und mir mein Lunchpaket zubereitete. Danach nur noch schnell Zähne putzen, Wasserflaschen füllen, Rucksack zuschnüren und alles war bereit für den Aufbruch. Gegen 07.50 Uhr ging es los.

Es wurde in weiten Teilen ein gebrauchter Tag.
Zunächst hatte ich die Hoffnung, es würde doch nicht regnen. Graue Wolken hingen über mir. Sie konnten Regen bringen, mussten es aber nicht. Nach der Rückkehr auf den Olavsweg ging es stetig bergan. Nach kurzer Zeit spürte ich die ersten Regentropfen. Vereinzelt und durch das Blätterdach im Wald überschaubar. Der Weg wurde zunehmend steiler und in gleichem Maße nahm der Regen zu. Ich machte meinen Regenschutz über den Rucksack, blieb aber ansonsten ohne weiteren Regenschutz. Nach Passieren des ersten Gipfels ging es kurz bergab und erneut wieder bergan jedoch ohne schützendes Blätterdach. Ich weichte allmählich durch. Es hatte nun keinen Sinn mehr, einen Regenschutz zu nutzen. Nach ca. 2,5 Stunden war ich durchnässt und nach bislang 8 km Steigung in Lombäcken und holte mir vor der Unterkunft einen Stempel. Nun waren es nur noch gute 26 km bis nach Bräcke. Super dachte ich, es läuft … die Nässe die Beine herunter in die Schuhe.

Es ging nun zur Provinzgrenze von Väster-Norrland nach Jämtland. Es regnete inzwischen nicht mehr. Ich war bereits kaputt und hungrig. An dem Provinzstein von Jämtland und nach weiteren fast 7 km Steigung war der Akku leer. Es musste eine halbe 300g-Tafel Schokolade herhalten. Zum Lunch war es noch zu früh noch gute 20 km bis Bräcke.

Es ging weiter zum See Harrsjöhn, an dem ich mein Lunch einnahm. Ich war müde, meine Füße  schmerzten. Noch 14 km bis Bräcke. Ich lief und humpelte zum Schluss. Alles war unrund. Immer noch leicht nass erreichte ich erst die Kirche in Bräcke und später gegen 16.15 Uhr die Unterkunft.

Die Rezeption hatte noch geöffnet und die Empfangsdame bot mir nach einem lockeren Schwätzchen an, die Sauna für mich aufzuheizen. ich fühlte mich angenehm aufgeheizt und lehnte dankend ab, worauf sie sagte, sie dächte ich wäre heiß … Mich überraschte ihre direkte Art.

Nach einer schnellen Dusche humpelte ich zu einer Grillstation und belohnte mich mit einem Grillkäse, einem Steak und einem Bier. Es war das Highlight des Tages.

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