Länge 32,2km, Aufstieg 910m, Abstieg 650m, Dauer 6h 5min netto
Diese Etappe war die mit Abstand anspruchsvollste auf der bisherigen Tour.
Wir sind an diesem Morgen erst nach 10 Uhr gestartet. Hintergrund waren der Kauf einer Powerbank zur Versorgung unserer Smartphones mit Rücksicht auf die späten lokalen Öffnungszeiten (…) und das Bedürfnis nach einem kleinen Frühstück, das es in der Unterkunft nicht gab.
Es war also klar, dass wir erst sehr spät unser Ziel erreichen würden.
Der Streckenverlauf hatte wenige landschaftliche Highlights zu bieten, dafür aber während ihres Verlaufs ca. 80% Asphaltstraßen oder zumindest harte Beläge sowie fast keinen Schatten.
Der heilige Markus betitelte die Etappe daher als Prüfung, ich nannte die Tour eine Tortur.
Das einzige Cafe auf dem langen Weg war geschlossen, die erste Wasserstelle kam nach etwa 15 km und zwar am Ende eines ermüdend langen Aufstieges über ca. 6 km und lag zudem komplett ungeschützt in der Sonne. Der heilige Franziskus schickte uns für unsere kurze Rast mit hartem Brot und etwas Salami die einzigen Wolken des Tages!
Danach ging es weiter. Uns schmerzten die Beine, die Knie und der Rücken.
Wir mussten erneut einen langen steilen Abstieg und einen langen ermüdenden Aufstieg bewältigen, an deren Ende wir eine Kuppel überwanden und einen Blick auf das heutige Etappenziel werfen konnten.
Wir stellten fest: Pietralunga ist eine Bergstadt. Und zu unserem großen Erschrecken lag nicht nur ein weiterer steiler Abstieg bevor, sondern auch noch das große Finale, über viele Treppen und schmalen steilen Gassen. Unsere Unterkunft lag nämlich ausgerechnet am entferntesten und fast höchstem Punkt der Bergstadt.
Dafür aber in einem alten Palazzo mit einem ca. 30 cm langen und gefühlt 1 kg schweren Schlüssel zu einer massiven Holztür. Eine sehr schöne Unterkunft.
Jetzt geht es zurück in das Zentrum der Stadt, um unsere Kräfte bei einem schönen Abendessen wiederherzustellen.