Etappe 4: Von Stia über Sacre Eremo di Camaldoli nach Manastero di Camaldoli

Länge 18,1km, Aufstieg 890m, Abstieg 510m, Dauer 4h 30min netto

Die heutige Etappe hat uns Pilger erneut herausgefordert. Nicht die Länge oder die Höhenmeter haben uns alles abverlangt, sondern die Beschaffenheit der Wege in dem Abschnitt des steilsten Anstieges.
Nach einem kurzen Frühstück in unserer wunderschönen und mit diversen Accessoirs höchster Schmiedekunst ausgestatteten Unterkunft, verließen wir das mittelalterliche Örtchen Stia mit seinen weiter stattfindenden Festivitäten einer Schmiedeweltmeisterschaft.

Das heutige Profil unseres Weges versprach am Anfang einen ordentlichen Anstieg und ab der Mitte einen sehr anspruchsvollen langen Anstieg zur Einsiedelei. Den ersten Teil bewältigten wir in schnellem Schritt und belohnten uns mit einer Trink- und einer Essenspause, in der wir eine Toskanische Wurstspezialität mit Weißbrot genossen.

Danach folgte ein Abschnitt, in dem wir den entscheidenden Linksschwenk auf den Weg zur Einsiedelei verpassten und dies einem alternativen Teil des Franziskusweges folgend erst nach ca. 30 Minuten bemerkten. Ein Blick auf die Karten von zwei Reiseführern und den unserer App eröffnete uns eine Alternative, um nicht den Weg zur verpassten Abzweigung zurückgehen zu müssen.

Wir kamen an eine kleine Ansiedlung und fanden dort nur mit Unterstützung der dortigen Bewohner einen offenbar sehr selten genutzten Trampelpfad, der uns extrem steil und durch dichtes Gestrüpp vorbei an alten Hausruinen irgendwann auf den eigentlichen Weg führte. Von da an quälten uns Hitze, ein gerölliger Untergrund sowie ein überaus brutale Steigung. Meinen Mitpilger zudem eine Ansammlung von Fliegen, die sich durch irgendetwas an ihm angezogen gefühlt haben. Ich verlieh ihm daher später den Titel heiliger Markus McFly.


Irgendwann passierten wir den Croce Gaggi auf einer Höher von gut 1100m und nach einem weiteren Anstieg von 150m und einem sehr steilen Abstieg gelangten wir schließlich zur Einsiedelei. In dieser Einsiedelei hatte einst Franz von Assisi auf seinem Weg nach Rom verweilt. Berühmt wurde sie bereits durch den Gründer des Kamaldulenserordens, den Benedektinermönch Romuald, dessen Zelle wir in der Einsiedelei besichtigen konnten. Dieser Mönch hatte auch an unserem heutigen Zielort ein Gasthaus gegründet, aus dem ein großes Kloster erwuchs.

Den Ort dieses Klosters erreichten wir schließlich nach einem steilen Abstieg.
Frisch geduscht freuen wir uns nun auf ein schönes Abendessen.

Hinterlasse einen Kommentar