Die heutige Etappe führte zu einem alten Hof oberhalb des Orkla-Flusses. Die Wege waren überwiegend gut bis sehr gut begehbar. Das Wetter war wolkig, zeitweise heiter.
Das heutige Frühstück fand zusammen mit der Herbergsmutter in deren Haus statt. Auch dabei war eine Pilgerherbergshelferin aus Neuseeland, die wir (Markus und ich) bereits beim Abendessen samt ihrer außerordentlich umfangreichen und für mehrere Pilgerleben reichenden eigenen Pilgererfahrungen genießen durften sowie ein Münchner Pilgerpärchen, die im Gegensatz dazu niemals mehr als eine Woche Zeit zum Pilgern haben.
Das Frühstück mündete in einem unerwartet komplexen Zahlungsvorgang für die Herberge und die Verpflegung. Verabredet war eine Karten- statt Cashzahlung vor dem Hintergrund knapper Bargeldreserven für noch anstehende Übernachtungen. Leider fiel der Herbergsmutter während der sich anbahnenden Bezahlung auf, dass die notwendige Verbindung zwischen Smartphone und Lesegerät nicht aufgebaut werden konnte, und sie das Passwort für die entsprechende App nicht mehr wusste. Abhilfe konnte zwecks neuer Passwortanforderung nur Ihr Laptop schaffen, welches wir gemeinsam in ihrem Haus suchten. Nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich waren alle Passwort-Anforderungen, Updates und Verbindungen hergestellt und ich für meine Geduld im Warten mit einem Stück Schokolade belohnt, sodass wir gegen 10.30 Uhr starten konnten.
Die Streckenverlauf entpuppte sich als ein gefälliges Auf und Ab durch saftige Wiesen, schöne Waldstücke und über sprudelnde Bäche. Höhepunkt war der Besuch eines Supermarktes im Örtchen Voll, in dem Markus und ich auf der Suche nach Bechern für den Verzehr von Trinkjoghurt in eine Gruppe kirchlich angehauchter Norwegerinnen gerieten, die in einem leicht abgetrennten Bereiches des Supermarktes bei Kaffee und Waffeln die neuesten Informationen austauschten. Schnell waren wir Teil der Runde, mit Kaffee und Waffeln versorgt, und mit der „Chefin“ in einer Diskussion über die Schönheit der ortszugehörigen und historisch bedeutenden Y-Kirche eingebunden .
Danach ging es über einen sehr gut ausgebauten Pilgerhighway mit kurzen Unterbrechungen zum Ziel, an dem uns erneut das Münchner Pilgerpärchen mit entgeisterten Blicken überraschten, weil sie uns in „ihrer Hütte“ nicht erwartet hätten. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen.