Etappe 17: von Calzadila de la Cueza nach Sahagun

Heute war Bergfest.

Kurz nach unserem Start aus der Metropole Calzadila de la Dings Da haben wir, jedenfalls was die Kilometer angeht, den Scheitelpunkt erreicht.

Und wer die Metropole Calzadila nicht kennt: nichts verpasst.
Der Ort besteht eigentlich nur noch, weil so ein paar komische Menschen der Meinung sind durch die öde Spanische Ebene zu laufen und dort übernachten. Ansonsten wäre der Ort schon tot. Auch unser Reiseveranstalter  hat uns die Ehre gegeben dort ab 1400Uhr zu logieren. Der Ort war in 5 Minuten erkundet, und dann haben wir halt auf das nächste große Ereignis gewartet: Abendessen um 1900 Uhr.
Einzig der Wirt im dem Hotel war sehenswert: Don Diesel.
So genannt weil der schöne Gürtel, der Modemarke Diesel, seinen Körper in zwei Hälften teil. Während der untere Teil eher als unauffällig zu betrachten ist, beginnt ab der Gürtellinie der restliche Körper in einem weitem Bogen sich aufwärts zu beugen. Unterstützt durch ein Hemd welches bis zum Bauchnabel offen steht, sowie der artgerechten Goldkette und Mimik.

Der Weg heute war etwas abwechslungsreicher als die Pilgerautobahn von gestern. Es gab leichte Hügel, sowie einige Kurven. Was mich immer wieder erstaunt sind die verschwundenen Dörfer. Man schaut in die Ferne und laut Reiseführer soll ich 1-2 Kilometer entfernung ein Ort sein. Man sieht aber nichts. Irgendwann taucht auf einmal knapp über dem Horizont eine Kirchturmspitze auf. Und dann auf einmal ist der Ort da, nämlich in einer Senke versteckt. Und wer den Wind kennt, der uns auf der Ebene in den letzten Tagen um die Ohren pfiff, weiß dann auch warum. In den Senken ist es dann nämlich eher windstill.

In den letzten Tagen waren die Wolken verschwunden, und heute hat sich auch der kalte Wind dazugelegt. Heute Nachmittag, und auch zum Abend hin, war es schön warm. So richtig Sommer halt. Unseren Kaffee und Pacharan haben wir auf der Terasse genommen.

Gestern hatten wir das Dreibett-Turmzimmer. Kleiner, Raum, drei Betten, hohe Decke und ganz oben ein kleines Dachfenster. Alleine die drei Betten haben den Raum schon ausgefüllt. Als dann noch drei Koffer,drei Rucksäcke und drei Menschen den Raum ausfüllten war ohne artistische Einlage keine Bewegung in dem Raum mehr möglich. Martin hatte neben seinem Kopf die drei paar Wanderstiefel stehen, welche Ihm eine ruhige Nacht beschert hatten.

Heute sind wir in einem Geisterhotel. Ein topmodernes 4-Sterne Business Hotel, und nichts los. Es gibt zwei Speiseräume: einen für die Pilger mit Ihrem Pilgermenue und einen Raum für die anderen Gäste. Der Speisesaal für die guten Gäste ist komplett leer, die Hotellobby total verweist.
Der Pilgerraum ist zu 50% gefüllt. Das schöne dabei ist: das Essen ist total lecker und die Bedienung hat viel Zeit für uns. Was soll sie sonst auch machen…
Ab morgen beginnt dann das cooldown.  Zwei Tagesetappen mit weniger als 20 Kilometer bis zum vorläufigen Ziel. Das kommt auch dem Krankenlager entgegen, welches sich heute wieder etwas reduziert hat. Holger scheint wieder genesen zu sein, während Martin weiter seinen Klumpfuß frönt. Zwei Tage muss er noch durchhalten.

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