Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht im Märchenwald-Hotel mit den Papierwänden trafen wir uns am Morgen im Gemeinschaftsraum zum Do-It-Yourself-Frühstück. Da wir an diesem Morgen schon früher aufbrechen wollten um noch etwas mehr Zeit am Nachmittag/Abend in Burgos verbringen zu können hatten wir uns Picnic-Tüten in der Bar geben lassen. Aus diesen bauten wir nun also unser Frühstück zusammen. Es gab ein Schinken-Käse-Toast, ein Croissant, Obst, Saft und um das Ganze noch zu toppen Kaffee in Mini-Bechern aus dem Automaten zu 50 Cent. Danach ging es bei herbstlichen Temperaturen weiter durch den Wald der wirklich eher an den Harz erinnerte als an Spanien. Natürlich war der Kuckuck auch schon wach und es schien mir so als ob er uns auslachte. Wahrscheinlich sind wir nie in den Flieger nach Spanien gestiegen und irren irgendwo in Deutschland auf einem Truppenübungsgelände umher in dem hin und wieder Dorfatrappen aufgebaut wurden und ab und zu ein Schauspieler unseren Weg kreuzt. Einer von ihnen kam uns bereits nach einem Kilometer entgegen und er hatte auch noch zwei Hunde dabei, einer davon


bestand nur aus Haaren und hat auch prompt Martin angefallen … na gut er hat ihm die Hand geleckt 😉
Insgesamt sind wir heute relativ viel auf geraden Straßen gelaufen was die Füße am meisten zu beanspruchen scheint. Nach einem kurzen Anstieg auf einen Berg mit echtem Gipfelkreuz und so was wie echten Felsen ging es allmählich bergab Richtung Burgos, wahrscheinlich die letzte größere Stadt die wir auf unserer Reise sehen werden. Die letzten Kilometer ging es durch viel Grün immer am Fluss entlang, das war zwar sehr schön aber wir schienen auch nicht dem Ziel-Hotel näher zu kommen. Späher Martin hatte sich deshalb mal wieder abgesetzt um die Stadt vor uns zu erkunden und um uns vor eventuell drohenden Gefahren oder Irrwegen rechtzeitig zu warnen. Naja, immerhin konnte er ein paar verirrten Pilgerinnen mit seiner Online-Navigation helfen die richtige Straße zu finden. Zum Dank verliehen sie ihm den Titel „Engel“. Ach ja unser Angelus Martinus!
In Burgos ist an diesem Pfingstwochenende wirklich einiges los. Kommunionen an jeder Ecke, allein in unserem Hotel 4 davon! In jeder Straße mindestens eine Fiesta und Menschen über Menschen, und diesmal nicht nur Pilger sondern auch echte Spanier. Ich glaube wir werden uns in den nächsten Tagen noch oft an den Trubel und die delikaten Tappas des heutigen Abends erinnern wenn wir jetzt langsam in die einsamsten Regionen des spanischen Jakobsweges vordringen.

